Lage dramatisch zugespitzt - Hilferuf nach Saarpfalz

Neunkircher Gemeindereferentin in Kolumbien zwischen den Fronten von Militärs und Guerillas eingekesselt - nur noch telefonischer Kontakt

Neunkirchen/Saarpfalzkreis/Brebach (mik) Die Lage der in Kolumbien als Friedensarbeiterin tätige Neunkircher Gemeindereferentin Ursula Holzapfel hat sich dramatisch verschärft. Wie sie jetzt in einem Telefonat mit ihrem Bruder, dem Brebacher Pfarrer Matthias Holzapfel, mitteilte, sei die Gegend, in der sie sich zusammen mit dem Bischof der Diözese Quibdó, Fidel Leon Cadavit, und dem kirchlichen Friedensarbeiter Ulli Kollwitz und Flüchtlingen aus der Bevölkerung zurück gezogen hatte, unter Beschuss des Militärs. Die Truppen vermuten in der Region linksgerichtete Guerilla und bombardieren seit einigen Tagen großflächig das Gebiet. Mit einem Hilferuf hat sich Ursula Holzapfel jetzt an die Unterstützer in Saarpfalz gewandt. Der Kontakt ist nur zeitweise telefonisch möglich, auch einige wenige Mails können verschickt werden. Wegen des Beschusses ist eine Ausreise aus dem Gefahrengebiet nicht möglich. Inzwischen hat sich auch das Bistum Trier eingeschaltet. In Saarpfalz organisieren kirchliche Initiativen, unter anderem die Katholische Junge Gemeinde im Bezirk Saarpfalz, die katholischen Pfarregemeinden von Brebach, Fechingen, Güdingen und Bübingen, sowie die Neunkircher Aktion 505 seit Jahren die Solidaritätsarbeit mit dem Friedensdienst von Ursula Holzapfel. In Niederwürzbach organisierte die KJG Saarpfalz am vorletzten Sonntag einen Hungermarsch für Menschenrechtsprojekte in Kolumbien. Erst im Februar des Jahres war der Brebacher Pfarrer Matthias Holzapfel zusammen mit der Pastoralreferentin Esther Braun-Kinnen als Delegation des Bistums Trier nach Kolumbien gereist, um die Solidarität auszudrücken.

Verschiedenen und sich widersprechenden Meldungen zufolge sei die Gemeindereferentin aus dem Saarland zeitweise von Guerillagruppen entführt worden. Das konnte der Brebacher Pfarrer am späten Donnerstagabend aber glücklicherweise dementieren. Die Lage sei allerdings weiter sehr angespannt, durch das nicht zielgerichtete Bombardement weiterhin auch lebensbedrohlich. Erst Ende vergangener Woche war in der Kirche von Bellavista eine Bombe explodiert, die mehr als hundert Flüchtlinge, die dort Zuflucht gesucht hatten, tötete und weitere hundert zum Teil schwer verletzte. Ursula Holzapfel, ihr Kollege Ulli Kollwitz und der Bischof der Diözese Quibdó hatten daraufhin einen Hilfstransport in die Krisenregion organisiert. Dort sind sie nun eingeschlossen.

In einer Erklärung forderten die Eingeschlossenen einen sofortigen Stopp der Bombardierungen, damit eine humanitäre Hilfe anlaufen kann. Auch müssten internationale Beobachter und Journalisten in das Krisengebiet reisen dürfen. Das war von der Regierung Kolumbiens untersagt worden. Um humanitäre Hilfe wie Lebensmitteltransporte zu organisieren, hat die Pfarrei Maria Hilf und Pfarrer Matthias Holzapfel in Brebach ein Sonderkonto eingerichtet, das der Arbeit von Ursula Holzapfel zur Verfügung gestellt wird. Spendenkonto: Sparkasse Saarbrücken, BLZ 590 501 01, Konto 4 678 009; Stichwort Kolumbien.