Ferienrundbrief 2004

Ursula Holzapfel / Ulrich Kollwitz
Equipo Misionero Vida, Justicia y Paz
A. A. 400
Quibdó Chocó
Tel-Fax: 0057 46 713384
Email: emjpqu@col2.telecom.com.co

Saarland Rheinland 30. Juli 2004

Liebe Freundinnen, liebe Freunde,

Nun sind wir bereits über zwei Monate in Europa. Ende Mai - Anfang Juni waren wir mit unserem Bischof Fidel León Cadavid und mit P. Albeiro Parra in Deutschland, der Schweiz und Österreich unterwegs, um die langjährigen Beziehungen zu pflegen und zu verstärken, die uns mit zahlreichen Gruppen, Organisationen, Hilfswerken, Pfarrgemeinden und Schulen verbinden. Daran schloss sich der Besuch von Rafael Gómez, dem Leiter des Kulturzentrums "Mama - U" der Diözese Quibdó und von Andrés Vélez einem 13 jährigen Schüler und Saxophonist an, der dazu diente, besondere Kontakte zu Kinder und Jugendlichen herzustellen.  Es war erneut eine gute Gelegenheit, konkrete Eindrücke von der nach wie vor äusserst schwierigen Situation der Gemeinden am Atrato und ihrem gewaltfreien Kampf um mehr Gerechtigkeit und menschenwürdige Lebensbedingungen zu vermitteln.

Etwas Besonderes war es für uns in diesem Jahr, in Luzern den "Menschenrechtspreis Nord- Süd gegen das Vergessen" von der Bethlehem Mission Immensee in Empfang zu nehmen und wir möchten uns an dieser Stelle nochmals herzlich für die gelebte Solidarität bedanken.

Andererseits bekamen wir auch Einblicke in einige gesellschaftliche Entwicklungen hierzulande, die trotz des allgemein noch sehr hohen Lebensstandards gewiss besorgniserregend sind. Es wundert uns schon etwas, dass angesichts des immer grösseren Abbaus von Sozialleistungen, der wachsenden Einschränkungen der Rechte der Arbeitnehmer, der zunehmenden Privatisierung der öffentlichen Dienstleistungen zwar viele Klagen zu hören sind, wir aber so gut wie keine Initiativen erlebt haben, um sich mit organistorischen Mitteln auf breiter Ebene dagegen zu wehren. Wir haben den Eindruck gewonnen, dass die angebliche Ohnmacht gegenüber sogenannten Sachzwängen sich bereits auf hoher politischer Ebene breit macht und der Aberglaube verbreitet wird, dass die Wirtschafts- und Finanzbosse allmächtig seien. Auch im kirchlich religiösen Bereich stellen wir mit Besorgnis fest, dass auf Kosten von politischem und sozialem Bewusstsein eine Verinnerlichung und Selbstsuche Einzug hält, die genau diesem fatalistischen Denken Vorschub leistet.

So möchten wir Euch alle, die Ihr anders denkt und fühlt, ermutigen und darin bestärken, Eure alternativen Wege weiter zugehen. Wir sind froh, in Euch Verbündete dafür  zu haben, dass "Eine andere Welt möglich ist".

Ansonsten bleibt uns noch mitzuteilen, dass ich, Uli seit dem 14. Juni mich in der Diözese Quibdó inkardiniert habe und in Zukunft meine Arbeit im Menschenrechtsbereich als Diözesanpriester des Bistums Quibdó  weiterführen werde.

Euch allen einen lieben Gruss und herzlichen Dank

Ursula und Uli