Der kolumbianische Staat ist verantwortlich für das Attentat auf Iñigo Eguiluz und Jorge Luis Mazo
Am 18. November jährt sich zum siebten Mal der Todestag des baskischen Freiwilligen Iņigo Eguiluz und des kolumbianischen Priesters Jorge Luis Mazo, die damals im Atrato ertranken, als ein Schnellboot der Paramilitärs ein Boot der Diözese Quibdó absichtlich rammte und zum Sinken brachte.
In einem Urteil vom 31. August dieses Jahres erklärt nun das Verwaltungsgericht des Chocó mit Sitz in Quibdó, dass der kolumbianische Staat, konkret das Verteidigungsministerium und die nationale Polizei, die Verantwortung für dieses mörderische Attentat tragen, da sie es zuliessen, dass die Paramilitärs sich auf dem Atrato frei bewegen konnten.
Dieses Urteil ist ein kleiner wenn auch völlig unzureichender Schritt zur Eindämmung der allgemein herrschenden Straflosigkeit, die nur durch Wahrheitsfindung, Gerichthalten über die Täter und Entschädigung der Gewaltopfer überwunden werden kann. Dazu ist es noch ein weiter Weg angesichts der Hunderte von Ermordungen, Verschwindenlassen von Personen, Folterungen und Massenvertreibungen, die die Paramilitärs an der afrokolumbianischen, indigenen und Mestizen-Bevölkerung am Atrato begangen haben. Für die Diözese Quibdó ist dieses Urteil eine Ermutigung, ihr Engagement zur Verteidigung der Menschenrechte fortzusetzen, denn sie wurde in diesem Fall offiziell als Kläger anerkannt.
Kommission Leben, Gerechtigkeit und Frieden
Diözese Quibdó
letzte Änderung: 06.03.2011
(seit 30.4.2001)