Weihnachtsbotschaft




Diócesis de Quibdó

Liebe Brüder und Schwestern:

Zum nahenden Weihnachtsfest möchte ich den Familien, die sich im Chocó und im Atrato Antioqueño versammeln, um einmal mehr die Geburt des Erlösers der Welt zu feiern, einen Gruss voll Friede und Hoffnung zukommen lassen. Dieser Gruss kommt auch von allen pastoralen Mitarbeitern der Diözese Quibdó, die mit mir gemeinsam still und ausdauernd arbeiten, um die Botschaft Jesu voller Geist und Befreiung denen mitzuteilen, die Unterdrückung und Gewalt erleiden.

Das zu Ende gehende Jahr war für uns ein Jahr der Vorsehung, beladen mit Leiden und Hoffnungen. Die Tragödie von Bojayá war ein schmerzliches Ereignis, welches das Leben der Chocoaner für immer gezeichnet hat. Der Tod so vieler Jungen und Alten, Mütter und Kinder um den Altar von Bellavista hat uns bewusst gemacht, dass der Krieg ein Todeslauf ist, bei dem alle verlieren.

Dieses Jahr war gezeichnet durch den Leidensweg der Vertriebenen, die in Panik und schutzlos ihr Territorium, ihre Häuser und Habseligkeiten verlassen mussten, um in den Strassen der Stadt Verwahrlosung und Verachtung zu erfahren. Noch immer befinden sich viele Familien aus Bojayá, Munguidó und dem Río Pató vertrieben in Quibdó. Wir wissen um unsere Verpflichtung, ihnen zur Seite zu stehen und sie zu einer Rückkehr unter menschenwürdigen Bedingungen zu ermutigen.

Das Jahr 2002 mit dem Abbruch der Friedensdialoge, der Radikalisierung der aufständischen Gruppen, dem freien Agieren der Paramilitärs und der Politik der harten Hand der Regierung war ein Jahr der Verschärfung, Vertiefung und Ausdehnung des Konflikts, wobei die Zivilbevölkerung die schlimmsten Folgen zu tragen hat.

Deswegen werden wir nicht müde, die Konfliktparteien, die in unserem Territorium zusammenstossen, dazu aufzurufen, humanitäre Abmachungen voran zu bringen und sich auf die Einhaltung der Menschenrechte, des Internationalen Humanitären Rechts und des Völkerrechts zu verpflichten, um den Schwarzen-, Indianer- und Mestizengemeinden zu ermöglichen, ihre eigenen Lebenspläne zu entwickeln.

Das Panorama so vieler von Tod und Leid geschlagenen Familien im Chocó bewegt uns, mit Nachdruck zu fordern:

Unsere Verpflichtung:

Weihnachten feiern an der Krippe erfüllt uns mit Hoffnung und lädt uns dazu ein, alle Organisationsinitiativen der Zivilbevölkerung zu unterstützen, welche die Bürger zum Aufbau einer neuen Gesellschaft verpflichten.

Wir unterstützen die Kampagnen zur Entwaffnung und die Suche nach Alternativen für die Jugendbanden, die als Schrei der orientierungslosen und verzweifelten Jugendlichen in den Stadtvierteln von Quibdó den Tod säen und erleiden.

Weihnachten verpflichtet uns, alle Organisationsprozesse der Basis zu unterstützen, die die Einheit des Volkes stärken und ihm helfen, an besseren Lebensbedingungen für alle zu arbeiten.

Das Weihnachtsfest lädt uns dazu ein, alle Anstrengungen der Organisation und Solidarität unter den Frauen zu unterstützen in der Überzeugung, dass die Gleichwertigkeit der Geschlechter ein unverzichtbarer Weg geschichtlicher Wiedergutmachung ist, um Ungerechtigkeit, Krieg und Gewalt zu überwinden.

Das Licht der Krippe leuchte in unseren Herzen während der Weihnachtstage und im Neuen Jahr, es bewege uns zur Solidarität mit den Opfern, den Waisen, den Witwen, den Vertriebenen, den widerrechtlich Verhafteten, den Entführten und verpflichte uns zum Aufbau einer gerechteren und geschwisterlicheren Gesellschaft.

Bischof Fidel León Cadavid Marín

Quibdó, Weihnachten 2002