Todes-Schüsse auf offener Straße |
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Christliche Gemeinden im Dekanat trauern um Yolanda Ceron |
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Mit Bestürzung und Trauer haben die Katholiken im Dekanat Brebach auf die Nachricht von der Ermordung der Caritas-Mitarbeiterin und Menschenrechtlerin Yolanda Ceron in Kolumbien reagiert. Ceron, die noch vor wenigen Wochen im Dekanat Brebach zu Besuch war, um über die schwierige Menschenrechtssituation in ihrem Land zu berichten, war am Mittwoch vor ihrem Büro erschossen worden. Das teilte jetzt das Hilfswerk "Caritas international" mit. "Alle schauen jetzt nach Amerika, aber der Tod von Yolanda zeigt, dass der Terror auch an anderen Plätzen der Welt in anderen Formen weiter geht", sagt der Brebacher Pfarrer Matthias Holzapfel, dessen Schwester Ursula ebenfalls seit Jahren in Kolumbien als Menschenrechtlerin arbeitet. Sie selbst war mehrerer Male von bewaffneten Gruppierungen bedroht worden. Durch Ursula Holzapfel und ihren Bruder entstand ein enger Kontakt zwischen der Menschenrechtsarbeit in Kolumbien und den Pfarreien des Dekanates Brebach. In den Wochenend-Gottesdiensten der Seelsorgeeinheit Brebach-Fechingen, Güdingen und Bübingen wird der Ermordeten besonders gedacht werden, kündigten die zuständigen Seelsorger an. Ebenso werden Kondolenzlisten ausliegen, die ein Zeichen der Solidarität mit der Arbeit von Yolanda Ceron sein wollen, aber auch eine Aufforderung zur Beendigung der Gewalt und des Terrors in Kolumbien. Im Juni war Yolanda Ceron im Rahmen einer "Kolumbien-Solidaritätswoche" der christlichen Gemeinden zu Besuch im Dekanat Brebach. Als Referentin berichtete sie über ihre Projekte und über die Folgen des so genannten "Plan Columbia". Gegen ihn hat sich Ceron in ihrer Heimat stark gemacht. In Kolumbien lässt die Regierung mit massiver finanzieller Unterstützung der USA die Koka-Felder unter dem Vorwand der Drogenbekämpfung mit Chemikalien besprühen und zerstört so die Lebensgrundlage der Kleinbauern. Die Hilfsorganisation "Caritas international" hat immer wieder betont, dass der Drogenkrieg in Kolumbien das Suchtproblem in Europa und Amerika nicht lösen kann. Seit die Besprühungen begonnen haben, hat sich vielmehr der Krieg im Land verschärft. Unschuldige Helfer geraten zwischen die Fronten. So auch Yolanda Ceron. Mehrere bewaffnete Männer schossen nach Angaben von "Caritas international" um die Mittagszeit im Park neben dem Bürogebäude in der Stadt Tumaco im Süden des Landes auf die Menschenrechtlerin und verletzten sie mit acht Schüssen schwer. Sie starb kurze Zeit später im Krankenhaus. Nähere Hinweise auf die Täter gibt es noch nicht. Die Caritas in Kolumbien geht aber davon aus, dass es sich um Angehörige der Paramilitärs handelt. Die Caritas-Mitarbeiterin hat sich immer wieder gegen den Drogenkrieg und die damit verbundene Militarisierung und Verschärfung des Konflikts ausgesprochen. "Damit steht man für die Paramilitärs gleich auf der Seite der Guerilla und wird bekämpft", sagt der zuständige Länderreferent bei "Caritas international". In der Diözese Tumaco hat Yolanda Ceron sich mit Unterstützung von "Caritas international" für die Kleinbauern in den Gemeinden eingesetzt und sie dabei beraten, selbständige Vertriebsstrukturen für ihre landwirtschaftlichen Produkte wie Mais und Manjok aufzubauen und so von Drogengeldern unabhängig zu werden. Ihr Einsatz für mehr Gerechtigkeit hat sie jetzt das Leben gekostet. michael kinnen |
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