der Seelsorge-Gemeinschaft
St. Katharina (Bübingen), Heilig Kreuz (Güdingen) und Maria Hilf und St. Martin (Brebach-Fechingen)
Oktober 2008 - November 2008

Am Beginn des Herbstes feiert sowohl die Kirche als auch unsere Gesellschaft das Erntedankfest. Dank sagen wir für "die Früchte der Erde und der menschlichen Arbeit", die uns das Leben ermöglichen, bereichern und erfreuen. Der Herbst ist aber immer auch die Jahreszeit, die uns einlädt, über den eigenen Tellerrand zu schauen.
Im Bistum Trier ist das Erntedankfest seit einigen Jahren fest verbunden mit dem Blick auf die Partnerschaft mit der Kirche in Bolivien. So fällt in diese Zeit die Bolivienkleidersammlung, eine Aktion der katholischen Jugend und der Partnerschaftstag am Erntedankfest selbst, den wir in diesem Jahr auch in unserer Seelsorgegemeinschaft besondes gestalten wollen.
Darüber hinaus fällt in den Herbst auch jedes Jahr der Weltmissionssonntag. In ganz besonderer Weise werden wir uns an diesem Tag bewusst, dass unsere Kirche eine Weltkirche ist, eine Gemeinschaft von Glaubenden, die sich in allen Ländern und Sprachen zusammenfindet, um gemeinsam den selben Glauben an den selben Gott zu feiern.
Dies ruft uns auch unsere gegenseitige Verantwortung in Erinnerung, "die Früchte der Erde und der menschlichen Arbeit" miteinander zu teilen und so den Willen Gottes nach mehr Leben für alle Menschen umzusetzen.
Für unser Seelsorgegemeinschaft gehört es natürlich auch dazu, den Blick auf unsere Freunde in Kolumbien zu richten. Im September war eine 12-köpfige Delegation aus unserer Seelsorgegemeinschaft und anderen Solidaritätsgruppen zur 100-Jahr-Feier der Diözese Quibdo in Kolumbien und konnte durch diese Reise ein besonderes Zeichen der Solidarität setzen. Wir laden nicht nur Leute von dort zu uns ein, wo sie erleben können, wie wir leben, sondern scheuen uns auch nicht, das Leben dort zu teilen - mit all seinen Schwierigkeiten, Problemen und Gefährdungen.
Was ein solcher Besuch für die Menschen dort bedeutet, gibt der Satz wider: "Wenn ihr kommt, können wir hier leben. Nur wenn keiner mehr zu uns kommt, können auch wir nicht mehr hier bleiben." So ist auch diese Reise und die Freundschaft mit der Diözese Quibdo ein Stück Erntedankfest, denn sie hilft, Lebensmöglichkeiten zu erhalten und neu zu geben.
Liebe Schwestern und Brüder, wir wünschen Ihnen in diesem Herbst eine Zeit, in der Sie auch für sich selbst ein Stück Erntedank für das eigene Leben erfahren können und spüren können, wie das Teilen uns selbst bereichert.
Ihr Pastor
Matthias Holzapfel

Auch in diesem Jahr sind wieder Frauen unserer Seelsorge-Gemeinschaft unterwegs gewesen, um für die Caritas zu sammeln. Sie haben bei der Frühjahrs-Haussammlung im Juni insgesamt einen Betrag von 1.180,-- Euro gesammelt, wovon die Hälfte, also 590,-- Euro, in unserer Seelsorge-Gemeinschaft bleiben für soziale Aufgaben.
Für diese nicht immer leichte und zeitaufwändige ehrenamtliche Arbeit soll an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön gesagt werden. Mit den gespendeten Geldern können wir vor Ort Menschen, die in Not geraten sind, unterstützen. Sie sind auf unsere Hilfe und Solidarität angewiesen. Allen Sammlerinnen und natürlich auch allen Spendern ein herzliches Dankeschön.
Pfr. Matthias Holzapfel
Die Seelsorgegemeinschaft hat die gesammelten Brillen weitergeleitet und folgendes Dankschreiben der Initiatoren erhalten:
Die von Ihnen gelieferten Brillen sind wohlbehalten bei uns eingetroffen. Wir bestätigen den Empfang von 61 Brillen und diversen Hüllen. Für Ihr Engagement möchte ich mich ganz herzlich bedanken. Gleichzeitig darf ich Ihnen auch den Dank des Deutschen Blindenhilfswerkes und von Pater Meyer aus dem Elsaß übermitteln. Diese Aktion wird seit dem 1.6.1997 von mir unterstützt und hat zusammen mit Ihrer grosszügigen Spende nun insgesamt über 100.000 Brillen und über 200 Hörgeräte erbracht. Unsere Aktion läuft übrigens unbefristet, so dass wir weitere Lieferungen gerne entgegennehmen.
Es wäre schön, wenn Sie unsere Aktion weiterhin unterstützen könnten. Aktuelle Informationen finden Sie auch im Internet unter www.brillensammelaktion.de
Mit herzlichen Grüssen Gerhard Menje
Inzwischen ist ein weiteres Paket mit Brillen unterwegs.
Das ist das Motto des Sonntags der Weltmission in diesem Jahr. missio lädt Sie am 26. Oktober 2008 herzlich ein, eine Brücke zu schlagen zu Christen auf der ganzen Welt.
"Wenn ihr Flüchtlinge überfallen wollt, müsst ihr mich mit angreifen!" So tritt Bischof Cornelius den Angreifern mutig entgegen. Er und seine Priester, Schwestern und Katechisten brauchen "Verstärkung" - missio hilft. Nach den Wahlen in Kenia kam es zu blutigen Unruhen. 1500 Menschen starben. Tausende mussten fliehen. Bei Bischof Cornelius fanden die Flüchtlinge Schutz. Für Zehntausende organisierte der Kirchenmann sichere Unterkunft und Versorgung. Menschen wie Bischof Conelius benötigen unsere Unterstützung. Unterstützen Sie missio mit Ihrer Spende.
Die am Sonntag der Weltmission gesammelten Spenden fließen als Solidaritätsbeitrag der Gläubigen in die Unterstützung von etwa 1.000 Diözesen in Afrika, Asien und Ozeanien und sichern so den Lebensunterhalt der Menschen.
Herzlichen Dank !
Weitere Infos: www.missio.de
Am 1. August 2007 kam Yeison aus Kolumbien bei uns in Deutschland an, um in unserer Seelsorge-Gemeinschaft Brebach-Fechingen, Güdingen und Bübingen ein Jahr zu verbringen.
Zunächst besuchte Yeison einen Deutschkurs an der Uni Saarbrücken. Um die deutsche Sprache und auch die Menschen der Seelsorge-Gemeinschaft besser kennen zu lernen, kam Yeison zunächst einmal wöchentlich zu uns in den Kindergarten. Die sprachliche Verständigung war anfangs noch etwas schwierig - die zwischenmenschliche Beziehung zu den Kindern und uns Erzieherinnen war aufgeschlossen und herzlich.
Wenn Yeison die Räume des Kindergartens betrat, brachte er Ruhe, Gelassenheit, Zeit und immer ein Lächeln mit. Er spielte und bastelte mit den Kindern oder alberte mit ihnen herum. Er hat Trommeln aus Tontöpfen mit den Kindern hergestellt. Vor Weihnachten hat er ein Krippenspiel pantomimisch dargestellt und dazu mit uns kolumbianische Weihnachtslieder gesungen - wir haben dazu getanzt.
Schon bald bemerkten wir, dass er die Fähigkeit besaß, aus "wenig" - "viel" zu machen. Aus einem Stück Papier zauberte er eine bunte Blume oder einen fantasievollen Schmetterling. Er hat uns drei wundervolle Bilder mit Acrylfarben gemalt, die jetzt einen besonderen Platz in unserem Kindergarten haben. Er hat eine meterlange Bildrolle mit den verschiedenen Festen des Kirchenjahres gestaltet, die nun unser Gruppenzimmer schmückt. Er hat in unserem Kindergarten unübersehbare Spuren hinterlassen.
Mittlerweile kam Yeison schon zweimal wöchentlich zu uns - er fühlte sich wohl, und die Kinder freuten sich auf die Tage an denen er kam. Das ganze Jahr über war "Kolumbien" ein Thema in unserem Kindergarten.
Im Juli starteten wir ein 14-tägiges Projekt. Das Thema lautete: "Wir fliegen nach Kolumbien". Alle Kinder haben einen Koffer gebastelt, unser Kindergarten war mit kolumbianischen Flaggen geschmückt. Pfarrer Holzapfel hat uns besucht und von seinen Reisen nach Kolumbien erzählt. Er hat eine Landkarte, Fotos und Haushaltsgegenstände mitgebracht. Wir haben die kolumbianische Küche kennengelernt. Es gab fritierte Kochbananen und gebratenen Mais. Wir haben einen Spanisch-Schnell-Kurs mit den Kindern besucht und die gebräuchlichsten Wörter wie "Guten Tag"- "Gute Nacht" - "Danke" -"Alles Gute" und andere kennengelernt. Wir haben Taschen genäht und bemalt, kolumbianische Musik gehört und dazu getanzt und dabei viel über Land und Leute erfahren.
Beim Hinflug und die erste Zeit unserer Reise konnte Yeison uns noch begleiten - dann nahm er als Betreuer an einer Ferienfreizeit der Seelsorge-Gemeinschaft teil - aber wir haben ihm stets mit aktuellen Reiseberichten von unseren Unternehmungen und Erlebnissen auf dem Laufenden gehalten. Auch die Eltern haben wir mit Infowänden und Bildmaterial über das Land und von unseren verschiedenen Aktivitäten informiert.
Zum Abschluss des Kindergartenjahres übernachten wir immer mit den Kindern, die in die Schule kommen im Kindergarten. Dieses Jahr haben wir auch Yeison dazu eingeladen. Er nahm am Gottesdienst am Lagerfeuer teil und hat, wie die Kinder auch, ein gesegnetes Kreuz erhalten. Viel Spaß hatten wir bei der anschließenden Nachtwanderung. Als wir dann wieder zusammen am Feuer saßen, sang Yeison uns kolumbianische Lieder vor. Für uns unvergessene Momente.
Mit allen Kindern der Gemeinde und Pfarrer Holzapfel feierten wir im Juli einen Abschiedsgottesdienst für Yeison in der Kirche. Wir saßen in einem Kreis zusammen und in der Mitte lag in bunten Buchstaben immer wieder das Wort "Adios". Jetzt wurde uns bewusst - wir mussten Abschied nehmen - von einem Menschen, den wir inzwischen lieb gewonnen hatten, der unser Freund geworden ist. Wir stellten im Gottesdienst das Buch "Menschen" vor, das davon erzählt, wie unterschiedlich wir Menschen sind und dass jeder von uns einzigartig ist. Dieses Buch überreichten wir Yeison zum Abschied und dazu ganz viele Fotos, die wir das ganze Jahr über gemacht haben - als Erinnerung an die Zeit bei uns im Kindergarten.
Wir vermissen ihn, seit wir im Juli Abschied von ihm genommen haben. Weiterhin bleiben wir mit ihm in Kontakt. Inzwischen haben wir E-Mails aus Kolumbien erhalten.
Zur Zeit besucht Pfarrer Holzapfel anlässlich der 100-Jahr-Feier der Diözese Quibdo mit einigen Gemeindemitgliedern Kolumbien. Für Yeison hat er eine "Herbei-Zauberkarte" im Gepäck. Unser Wunsch wird in Erfüllung gehen - Ende des Jahres kommt Yeison wieder nach Deutschland und wird uns im Kindergarten besuchen.
Angelika Richter

Die Erstkommunionfeier findet in Güdingen am 26. April 2009 statt. In Bübingen feiern wir sie am 3. Mai 2009. In Brebach und Fechingen feiern wir gemeinsam am 10. Mai 2009 in Brebach.
Eltern, die Ihre Kinder noch zur Erstkommunion 2009 anmelden wollen, können das direkt bei mir im Pfarrbüro in Brebach tun.
Die Kommunionvorbereitung beginnt am Sonntag, dem 26.10. mit der Vorstellung der Kommunionkinder in den Gemeindegottesdiensten.
Gemeindereferent Helmut Willems
In diesem Jahr findet der traditionelle Martinszug für St. Katharina Bübingen erstmals gemeinsam mit Heilig Kreuz Güdingen in Güdingen statt. Wir haben uns dazu entschlossen, nachdem die Bebauung im Industriegebiet Bübingen so weit fortgeschritten ist, dass der Platz, an dem wir in jedem Jahr das Feuer entzündet haben, nicht mehr zur Verfügung steht. Ein Ausweichplatz konnte in Bübingen nicht gefunden werden.
Für die Kinder wird es sicher auch in Güdingen ein Erlebnis werden. Bitte nutzen Sie dieses Angebot und kommen Sie recht zahlreich nach Güdingen, damit wir auch in diesem Jahr gemeinsam ein schönes Martinsfest feiern können.
Die für Freitag, den 14. November 2008, um 18.00 Uhr geplante Siedlungsversammlung der Pfadfinder-Siedlung unserer Seelsorge-Gemeinschaft kann nicht stattfinden und wird voraussichtlich auf den 16. Januar 2009 verlegt.
Gemeindereferent Helmut Willems
Die evangelische Kindergruppe Bübingen trifft sich unter dem Namen "Wilde Bande" wöchentlich mittwochs von 15.30 - 17.00 Uhr im evangelischen Gemeindehaus in Bübingen. Alle Grundschulkinder sind herzlich eingeladen.
Liebe Eltern, liebe Kinder, an den folgenden Terminen wird der Kinderchor im Gottesdienst singen:
07.12. 9.30 Bübingen, Gottesdienst am 2. AdventDer Kinderchor freut sich auf viele weitere Mitglieder. Wir proben immer montags um 17.45 in Heilig Kreuz Güdingen. Macht mit!

Danke ist ein ganz einfaches Wort, aber in diesem Moment bedeutet es sehr viel.
Ich danke Gott für das Leben und die gute Gesundheit.
Danke, dass ich Dich kennenlernen und an Dich glauben durfte.
Danke für die Kraft meiner Familie.
Danke für die Schwesterdiözesen Trier und Quibdo.
Danke für die Zärtlichkeit der Kinder, den Mut der Jugendlichen und die Weisheit der Erwachsenen. Danke an alle, die mir diese Mission hier ermöglicht haben. Danke für das Lächeln und die verschiedenen Gesten der Zuneigung, die jeder von Euch mir im geeigneten Moment zu geben wusste.
Danke für die Personen, die mir zu Freunden wurden: Philipp, die beiden Matthias, Hendrick, .... und die Familien, an dieser Stelle Familie Hoffmann.
Ich danke meinen Deutschlehrern, besonders Annegret Fischer. Ohne sie wäre es gar nicht einfach gewesen, diese wunderbaren Menschen und ihre Kultur besser kennenzulernen.
Danke für die Geduld und das Verständnis für diesen Lehrling des Lebens in Deutschland.
Danke, dass Ihr versucht habt, meine Persönlichkeit zu verstehen, meine kulturelle Identität.
Danke Matthias, dass Du mich in deinem Haus aufgenommen hast und wie der Vater warst, den ich so früh verloren habe.
Danke für die direkten und indirekten Beihilfen zu meinem Wohlbefinden hier: die Süßigkeiten, die Mäntel, die Notizen, Briefe, Postkarten, Zeichnungen, Fotos, Einladungen, Gemälde, Bücher, ... usw. ... von Euch allen.
Danke, dass Ihr mein bißchen Arbeit in den Kindergärten, im Café Exodus, bei den Pfadfindern und anderen geschätzt habe.
Ich danke jedem Einzelnen von Euch.
Danke, vielen Dank.
Der Gott des Lebens und der Liebe segne die Gemeinden von Brebach, Fechingen, Güdingen und Bübingen heute und immer, weil sie beweisen, dass sie wirkliche christliche Gemeinden sind, die in Einigkeit und Liebe zusammenhalten.
Danke denen, die mir geholfen haben, das zu übersetzen.
Yeisón Mosquera Hurdato
Nach seiner Heimreise nach Kolumbien hat Yeisón seine Eindrücke für Misereor aufgeschrieben. Wir möchten Ihnen an dieser Stelle den Text als Fortsetzungsfolge wiedergeben: Hier Teil 1
Wenn ich über meine Erfahrungen und meine Vorstellungen von Deutschland und damit auch über die Deutschen spreche, ist das Ergebnis in mancher Hinsicht ein bisschen ungenau. Wenn man nämlich nicht alles genau versteht und einem dazu eine gewisse Menge von Tatsachen mit kulturellen und geschichtlichen Grundlagen fehlt, dann finde ich nur schwer eine Erklärung für all das, was mir meine Sinne vermitteln.
Es beunruhigt mich, ein Land wie dieses, womöglich leichtfertig und schlecht zu beurteilen und mich darin zu irren. Daher möchte ich unterstreichen, dass es sich dabei um meine persönlichen Vorstellungen handelt als ein Mensch, der sich verändert, und dass ich bereit bin, mein Urteil zu korrigieren und, wenn es möglich ist, einige der Werte zu übernehmen.
Ich möchte darauf hinweisen, dass ich durch meine Art zu denken, in Kontakt zu treten, und auch wegen meiner Hautfarbe nicht dem Bild des typischen Kolumbianers oder "Choconao" entspreche. Daher war es mir sehr leicht, mit Ausnahme der Sprache und einiger Gewohnheiten, mich anzupassen. Zweitens kenne ich weder mein Land, noch andere Großstädte der Welt durch etwaige längere Aufenthalte dort, mit Ausnahme von einigen Tagen Kursteilnahme, von Ausflügen, Besuchen oder von der Durchreise.
Nun hatte ich Gelegenheit, 12 Monate meiner Heimat, meiner Familie und meinen Freunden, aber besonders Chocó, von woher ich komme, fern zu sein. Chocó ist ein armes Departement und in nichts zu vergleichen mit Städten wie Bogota, Medellin, Barranquill, Cali oder Cartagena. Aus Chocó erreichen mich jede Woche Nachrichten über Gewalttaten gegen einheimische Kinder, die unter Unterernährung leiden und an Hunger sterben, und über ihre schwierige politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Situation; ein Gebiet, das sich durch seine menschliche Qualitäten, durch fröhliche, gläubige und fleißige Menschen, wie auch durch seine Vielfalt an Lebensräumen, durch seinen Reichtum an Natur und Kultur auszeichnet, wo es aber leider kaum Chancen gibt, noch eine Nutzung möglich ist. Diesem Mix füge ich noch die Situation meines Landes Kolumbien hinzu, das dabei ist, schwierige Schritte auf dem Weg des Friedens mit echter sozialer Gerechtigkeit zu gehen.
Was habt ihr, was wir nicht haben? Fast alles. Hier ist fast alles fertig und das einzige, was man tun muss, ist dies so zu erhalten, zu verbessern oder manchmal, es auszuwechseln. Ein Freund hat festgestellt, es gäbe auch
hier in Deutschland Korruption, jedoch in einer kleineren Größenordnung, da die Beamten gute Gehälter haben.
Es besteht eine harmonische und auf Dialog angelegte Beziehung zwischen der evangelischen und katholischen Kirche und einen gegenseitigen Respekt des anderen Kultes. Sogar die Jugendlichen, die sagen, dass sie keiner der beiden Konfessionen angehören, zeigen eine gute Bildung und Erziehung, die aus dem Schoss der Familie stammt.
So kann man sagen, dass die humanistische Erziehung sehr gut ist, auch wenn man sie ernsthaft in den Personen angegriffen sehen kann, die von System ausgeschlossen sind und manchmal als Grund und Teil der sozialen Probleme verurteilt werden, u.a. auch Ausländer.
Die Mentalität der Deutschen hat eine Konstante und das ist das klar definierte Lebenskonzept jedes einzelnen, dessen Verwirklichung immer als möglich angesehen wird. Ich erinnere mich nicht daran, jemals ein "So Gott will" gehört zu haben. Die Zeit scheint offen wie ein Fächer zur Verfügung zu stehen. Dies mag der Grund dafür sein, dass alles bereits viele Monate im Voraus geplant wird und dann auch nicht mehr durch irgendwelche spontane Eingebungen verändert werden kann. Hier ist es schwierig, ein Treffen am Wochenende zwei Stunden vorher in den Blick zu nehmen.
Es ist deutlich, dass die Deutschen in ihrer Mehrzahl sehr verantwortungsbewusst sind, sich der Arbeit widmen, ein bisschen einzelgängerisch und nachdenklich sind und sich durch den MP3Player unterhalten lassen. Ich denke, dass das kalte Klima auch dazu beiträgt, und der Grund dafür sein mag, dass sie immer ernst aussehen.
Aber dieser Ernst ist nicht total, was ich in der Karnevalszeit bestätigt sehen konnte. Man kann das natürlich nicht mit einem Latino vergleichen, der inmitten fröhlicher Musik und lauter Instrumente geboren wurde, mehr um den Körper zu bewegen, als um zuzuhören und zu denken. Aber sie bemühen sich, das Leben zu genießen, was man daran erkennen kann, dass sie Salsa tanzen, ohne dass es ihnen auf den Rhythmus ankommt. Ich denke, dass der Einfluss der Ausländer dazu beigetragen hat, die Handlungsweise der Deutschen zu verbessern.
Hier beklagen sich die Menschen über Armut, doch ich frage: Wo ist sie? Ich denke, hier ist der arm, der die Sprache nicht beherrscht und sich gezwungen sieht, Arbeiten anzunehmen, auf die er sich nie vorbereitet und die zu verrichten er niemals gedacht hat, der aber aus diesem Grund und vielen anderen mehr trotzdem sich sein tägliches Brot verdienen muss.
Hier besitzt eine Familie, die von sich behauptet arm zu sein, ein oder mehrere Autos, eine Wohnung mit allen Bequemlichkeiten (v.a. mit mehreren Lampen im Wohnzimmer, während wir überlegen, wo wir eine anbringen, damit diese möglichst viel erhellt, am besten zwei Räume gleichzeitig, um Energie zu sparen ) und die Familienmitglieder haben eine Arbeit oder können zur Schule gehen bzw. studieren. In Kolumbien wäre das eine Familie der Mittelschicht, die in Quibdo als reich erachtet würde.
Eines dieser Gartenhäuschen würde sich ein Flüchtling sehnlichst wünschen, um dort mit seiner großen Familie zu leben, und glaubt mir, er wäre glücklich!
Natürlich macht uns allen das Alter Sorge. Ich denke, dass es hier ein Genuss sein sollte, alt zu werden: die Stadt ist dafür entworfen und ich würde mich auch nicht einsam fühlen, wenn wir viele sind und es viele Aktivitäten gibt. Vielleicht handelt es sich dabei nicht um das Thema "Alter", sondern "Gesundheit", aber darüber denke ich das Gleiche: es gibt Ärzte, die ihre Dienste zur Verfügung stellen, die Ernährung ist gesund und der Winter stellt kein Hindernis dar, spazieren und am Ufer des Flusses joggen zu gehen.
Ich hatte die Freude, die drei Generationen aus nächster Nähe kennen zu lernen. Die Kinder innerhalb und außerhalb des Kindergartens leben und teilen selbst als Einzelkinder das Leben wie Geschwister in einem Kreis, der ein familiäres Umfeld und die Sitten des Landes sehr gut wiedergibt. Sie erwiesen sich mir als sehr intelligent, fröhlich, süß, schelmisch, verspielt und in vielerlei Hinsicht unabhängig.
Sie werden zwar als das, was sie sind, ein wertvoller Schatz, behütet, doch es beunruhigt mich die hohe Zahl an Trennungen zwischen den Eltern, die ein Kind immer in Mitleidenschaft ziehen. Was wird getan?
Die Jugendlichen sind wie überall auf der Welt: kreativ, eine "chaotische" Gesellschaft wiederaufbauend, kritikfreudig, einfühlsam, mit Lust auf Spaß, einige gehen mit der Mode, sogar insofern, dass manche rauchen, ohne zu wissen, warum und wie sie dazu gekommen sind und zu recht sagen, dass das nicht gut ist. Mehrheitlich sind sie sehr originell und haben Lust, die Welt kennen und Neues dazu zu lernen.
Wenngleich sie sagen, dass ihnen die Schule nicht gefällt, so träumen sie doch davon, Geld und ein Auto zu haben, von den Eltern unabhängig zu wohnen, zu studieren, zu reisen, eine schöne Arbeit, Familie und mehr Spaß zu haben.
Fortsetzung folgt

Möchten Sie sich erinnern und schmerzhafte Erfahrung des Verlustes Raum geben? Sie möchten Ihre vielfältigen Gefühle ausdrücken und langsam erste Schritte zurück in ein Leben ohne den anderen wagen.
Dann bieten wir Ihnen ein Treffen unter Gleichgesinnten in einem geschützten Rahmen, in dem Sie malen können und sich Ihrer Trauer stellen können.
Derjenige Trauernde, der noch nie einen Pinsel in der Hand hatte, ist ebenso willkommen, wie der im Malen geübte. Es geht nicht darum, Kunst abzuliefern, sondern sich einen Weg durch die Trauer zu erschließen.
"Mal dich frei" ist die Botschaft des saarländischen Malers Baptist Gaußmann. Er will entlang seines Mottos all jene als Kursleiter unterstützen, die sich auf die Malerei zur Bewältigung ihrer Trauer einlassen möchten.
Die Teilnahme ist kostenlos. Material wird zur Verfügung gestellt. Über eine Spende freuen wir uns.
Ab September 2008 bieten wir Ihnen den Kurs einmal in Völklingen Ludweiler und einmal in Saarbrücken an, jeweils zweimal im Monat.
An jedem 1. und 3. Montag von 18.00 - 19.30 Uhr: Kath. Pfarrheim Herz-Jesu Ludweiler, Spessertstraße 2. Anmeldung unter: 06898/172620
An jedem 2. und 4. Montag von 18.00 - 19.30 Uhr im St. Jakobus Hospiz in Saarbrücken, Eisenbahnstraße 18. Anmeldung: 0681/927000
Veranstalter: Ambulantes Hospiz St. Michael Völklingen, St. Jakobus Hospiz Saarbrücken,Fachkonferenz Trauerpastoral Dekanat Völklingen, Fachkonferenz Trauerpastoral Dekanat Saarbrücken

Bübingen:
Alfred SchradtFechingen:
Paula Krämer, Hans Joachim Ruckert
Impressum:
Herausgeber:
Pfarrer Matthias Holzapfel
Adresse:
Seelsorge-Gemeinschaft der Kath. Pfarreien
St. Katharina, Heilig Kreuz, Maria Hilf und St. Martin
Saarbrücker Straße 72a
66130 Saarbrücken
Tel. 06 81 - 87 21 34
Fax 06 81 - 87 61 475
eMail pfarrbuero@bgb-f.de
Der nächste Pfarrbrief erscheint am 29. November 2008.
Redaktionsschluss ist am 13. November 2008.